
Vor Kurzem gab Generalkonsul Yu Yong der „Rheinischen Post“, einer führenden Tageszeitung in Nordrhein-Westfalen, ein Exklusiv-Interview zum Chinafest Duisburg. Am 29. August veröffentlichte die Zeitung die Sonderbeilage „Chinafest Duisburg“ mit dem Interview-Artikel unter dem Titel „Duisburger Chinafest: Begegnungen, Kultur und Lebensfreude“. Die deutsche Übersetzung lautet wie folgt:
Drei Tage chinesische Kultur, Musik, Tanz, Sport, Kulinarik und Tradition treffen auf Moderne – ein Fest für Begegnung und kulturellen Austausch
Kaiserliche Trommeln und ein Tischtennis-Mitmachspektakel, traditionelle chinesische Musik, modern Asian Dance und Teekannen-Akrobatik, dazu Kampfsport, Jazz und Rockmusik, magische Maskenwechsel und eine Trachten-Modenschau aller 56 Ethnien Chinas - sowie spektakulär leckere Kulinarik: Das dreitägige Chinafest am Theater am Marientor unter dem Motto „,Tradition trifft Moderne am Rhein“ verspricht ein unvergessliches Erlebnis der Begegnung, Kultur und Lebensfreude. Mehr noch: Es versteht sich als wegweisende Markenveranstaltung, die kulturelle Verständigung, kommerzielle Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis fördert.
Hauptveranstalter ist der Verein chinesischer Frauen in Deutschland. Insgesamt unterstützen mehr als 20 Vereine und weitere Organisationen das Fest. Der Generalkonsul der Volksrepublik China in Düsseldorf, Yu Yong, lobt dieses breite Engagement: „Diese Feierlichkeit bietet eine wunderbare Gelegenheit, die kulturelle Vielfalt Chinas zu erleben und gleichzeitig den Dialog zwischen der chinesischen und deutschen Kultur zu fördern. Solche Begegnungen tragen maßgeblich dazu bei, gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und die Völkerverständigung zu stärken.“ Im Interview berichtet Generalkonsul Yu von festlichen Höhepunkten, die man keinesfalls verpassen sollte und erklärt, was den kulturellen Austausch zwischen China und Deutschland so bedeutsam macht.
Herr Generalkonsul, Sie vertreten China in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Arbeit?
Nordrhein-Westfalen ist eine Region, die mit China vielfältig verbunden ist durch intensiven Handel, durch Austausch der Zivilgesellschaft. Das Land zwischen Rhein und Weser hat viel Potenzial für weitere Aktivitäten mit China. Ich setze mich für den Ausbau der für beide Seiten vorteilhaften wirtschaftlichen Zusammenarbeit ein. Dazu gehört vor allem die enge Anbindung der High-End-Fertigung, der grünen Energie und der zukunftsweisenden Wissenschafts- und Innovationsindustrien in NRW an den chinesischen Markt. Ich möchte die zwischenmenschlichen und kulturellen Verbindungen stärken. Sie verringern die Distanz zwischen den Menschen kontinuierlich und festigen die Grundlage der Freundschaft über Generationen hinweg.
Worauf können sich die Menschen beim Chinafest besonders freuen - und was ist Ihr persönlicher Höhepunkt?
In diesem Jahr verbinden wir das Traditionelle und das Moderne samt Hightech-Highlights. Wir werden das weitverzweigte Brauchtum Chinas zur Schau stellen und das immaterielle Kulturerbe sowie kulinarische Spezialitäten präsentieren. Es wird zum Beispiel eine Tanzeinlage humanoider Roboter geben und eine Premiere: eine Musikshow aus Jingdezhen, bekannt als „Porzellan-Hauptstadt“. Sie ahnen schon: Alle Musikinstrumente sind aus Keramik und haben außergewöhnliche Klänge. Wuhan, die chinesische Partnerstadt von Duisburg, wird zudem mit einer glamourösen Gala das Chinafest eröffnen. Aber ich war schon immer der Meinung, dass ein Fest nicht nur aus Bühnenprogramm bestehen darf. So ein Fest ist immer auch ein trendiger Treffpunkt, wo sich Menschen unabhängig von Staatsangehörigkeit, Alter oder Herkunft begegnen und festquatschen. Darauf freue ich mich. Und besonders auf das Sportliche. Sport überwindet sprachliche und kulturelle Unterschiede. In der neuen Saison spielt der chinesische Tischtennis-Nationalspieler Fan Zhendong für Borussia Düsseldorf. Er ist hier und in China unter Tischtennisfans sehr beliebt. Der kleine Tischtennisball kann große Völkerverständigung bewirken!
Welche Rolle spielt ein solches Miteinander beim kulturellen Austausch zwischen China und Deutschland?
Das Chinafest ist in beiden Richtungen von großem Wert: Für unsere deutschen Freunde ist es ein Schaufenster auf das authentische moderne China. Für meine Landsleute ist es ein Event zur Stärkung des Heimatgefühls und der Bindung untereinander, um Traditionen weiterzugeben.
Das Chinafest findet zum zweiten Mal in Duisburg statt. Welche Botschaft soll das Fest in die Stadtgesellschaft tragen?
Das Chinafest ist ein erfolgreicher Ausdruck der chinesischen„Global Civilization Initiative“ auf der kommunalen Ebene in NRW. Die Menschen haben die Möglichkeit, das heutige China aus nächster Nähe zu erleben, zu spüren und zu verstehen. Wir möchten ein bescheidenes, authentisches Signal senden: Das heutige China ist traditionell und modern zugleich - China blickt auf eine Jahrtausende währende Geschichte zurück und treibt jetzt offen die Innovation der Weltklasse voran.
Duisburg pflegt seit über 40 Jahren eine Städtepartnerschaft mit Wuhan. Wo sonst in NRW begegnet man China im Alltag?
Nach mehr als vier Jahrzehnten ist diese Partnerschaft heute Maßstab aller anderen deutsch-chinesischen Städtekooperationen, zum Beispiel Düsseldorf und Chongquing, Köln und Peking, Bonn und Chengdu, Aachen und Ningbo. Das erfolgreiche Zusammenspiel von China und Deutschland gehört längst zum Alltag in NRW: Universitäten und Forschungsinstitutionen arbeiten an Lösungen für unsere Zukunftsthemen, chinesische Kunst wird regelmäßig in NRW-Museen ausgestellt. Mehr als 1000 Investoren aus China haben sich in NRW niedergelassen. Sie beteiligen sich am Wachstum, schaffen neue Arbeitsplätze, zahlen Steuern und werden schnell heimisch.

